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L'Tur nennt sich "Europas Nr. 1 für Last Minute" - was bedeutet das in der Praxis? Wir buchen ein Restplatz-Ticket für einen Charterflug nach Samos um das herauszufinden. Es klappt eigentlich alles recht gut, doch dann kommt der Rückflug...
Griechenland - besser gesagt eine griechische Insel - soll es sein, und da wir auf den allgemeinen Ferienbeginn angewiesen sind, muss die Reise auch noch zur Hauptsaison im Juli stattfinden - eigentlich der "worst case" für Lastminute Urlauber. Das routinierte Abklappern der diversen Anbieter bringt immer das gleiche Ergebnis: es gibt massenweise günstige Angebote auf den griechischen Inseln - für September. In der Hauptsaison von Ende Juni bis Ende August sieht es dagegen schlecht aus, wobei es nicht an den Hotels mangelt - diese sind aus Zeiten des Griechenland-Booms massig vorhanden - doch die Flüge werden knapp. Vor allem die Termine zu den begehrten Abflugterminen der Charterflüge von Samstag auf Samstag sind für Kreta, Kos, Korfu, Rhodos und Co. meist ausgebucht. Die Nachfrage ist groß, die meisten Plätze wurden bereits von Pauschalbuchern zum Katalogpreis belegt, und die restlichen Tickets werden für Preise von € 400,-- und mehr als Nur-Flug-Angebote über die Internetseiten der Reiseveranstalter verkauft. Natürlich fällt es schwer da zuzuschlagen, wenn man bereits um € 340,-- eine Woche 4-Stern-Urlaub (samt Flug) in Griechenland verbracht hat (zugegebenerweise in der Vorsaison). Ein Flugticket das mehr kostet als so manches Pauschalangebot? - No way.... Die Flugangebote bei L'Tur sind gut aufbereitet, und lassen sich gut nach Zielgebiet und Abflughafen durchsuchen. Zwar ist auch hier das Angebot für den gewünschten Termin Mitte Juli knapp und gar nicht billig, doch wie der Zufall so will gibt es genau im gewünschten Zeitraum ein Flugangebot nach Samos, 2 Wochen, mit LTU von Wien, um € 299,--. Ein Gegencheck auf der Homepage der Fluglinie zeigt, dass der Flugpreis tatsächlich wesentlich billiger ist, als er von der Airline selbst angeboten wird.
Nach einigen Recherchen über die Insel wird gebucht, direkt per Internet. Nach dem Anlegen eines Kontos werden die Daten der Reiseteilnehmer abgefragt. Eine positive Überraschung ist, dass keinerlei versteckte Gebühren (Flughafengebühr, Kerosinaufschlag, etc) mehr zu den Flugpreisen dazukommen, man ist ja von den Billigfluglinien einiges an Aufschlägen gewohnt. Lediglich die Zustellung der Tickets muss extra bezahlt werden, dafür sind € 12,-- fällig - nicht gerade billig... Sonderprüfung Reiseversicherung Eine kleine Sonderprüfung für das Buchungssystem kommt beim Kapitel Versicherung. Es fliegen zwar 2 Personen, doch nur eine davon möchte eine Versicherung abschließen, die andere hat einen ausreichenden Versicherungsschutz über die Kreditkarte. Eine kurze Recherche ergibt, dass die optional angebotene Reiseversicherung namens "LVE Reisevollschutz" günstig wäre - aber wenn man das entsprechende Kästchen aktiviert, wird sie für alle Teilnehmer aktiviert. Doch offenbar hat die Entwicklermannschaft von L'Tur mitgedacht, denn es gibt im weiteren Bestellungsverlauf die Möglichkeit, bei einzelnen Teilnehmern den Versicherungsschutz wieder zu entfernen, womit dann genau das gewünschte Paket aus 2 Tickets und 1 Versicherung komplett wäre. Nach Absenden der Bestellung wird eine sehr gut aufbereitete Buchungsbestätigung im PDF-Format zugeschickt, auf der alle wesentlichen Informationen übersichtlich zusammengefasst sind. Der gesamte Reisepreis ist sofort per Einzug zu bezahlen - immerhin sind es nur noch 10 Tage bis zum Abflug.
Die Tickets werden per Botendienst "DHL" zugestellt - was das ganze zwar schnell und sicher macht, für den berufstätigen Empfänger aber auch mühsam ist, da ja Botendienste normalerweise untertags kommen, wo kaum zuhause ist, um die Sendung anzunehmen. Hätte man dies während der Bestellung angekündigt, hätte man die Zustellung an die Büroadresse veranlassen können. Wenn man wirklich Last Minute bucht, zb 2 Tage vor Abflug, dann kann soetwas schon entscheidend sein. Im konkreten Fall hat der Zusteller die Tickets einfach beim Nachbarn hinterlassen (darf er das?), der dann auch glücklicherweise beim ersten Versuch zuhause ist und das Kartonkuvert von LTur übergibt. Im Kuvert befinden sich neben den LTur-magentafarbenen Tickets auch diverse Informationsmaterialen wie die AGB's und die Versicherungsbedingungen der Reiseversicherung und Kofferanhänger. OK, LTur hat seine Sache gut gemacht denken wir uns. Den Rest (Hotel, Mietwagen) machen wir selbst. Falsch gedacht. Kurz gesagt: es klappte anfangs alles gut, nach schnellem Checkin hebt der Flieger von LTU pünktlich ab, der Flug verläuft ohne aussergewöhnliche Vorkommnisse. Nach einem spitzenmässigen Urlaub soll das Ganze natürlich auch Retour genauso problemlos funktionieren. Tut es aber nicht. Schon während des Aufenthalts auf Samos kommt es zu einem Ärgernis: Auf den Tickets ist groß aufgedruckt, dass man die Flügen unbedingt kurz vor den Rückflug rückbestätigen soll. Doch bei der angegebenen Nummer kommt man entweder nicht durch, oder der dort antwortende Computer ist nicht in der Lage, den Flug anhand der Flugnummer zu finden. Er behauptet schlicht es gäbe ihn nicht. Über Verbindungen unserer Zimmervermieterin erfahren wir aber, dass er Flug ohnehin ganz normal startet und machen uns 3 Stunden vor Abflug auf den Weg zum Flughafen, um noch genug Zeit für die Rückgabe des Fahrzeugs zu haben. Dort angekommen werden wir schon von einigen wartenden Reiseleiterinnen begrüßt, die auf die Ankunft ihrer Busse warten. Wir sind bald dran, haben den Checkin schnell erledigt, und warten vor dem Flughafen in der Sonne auf das Boarding, das in wenigen Minuten beginnen wird. Bis jetzt hatten wir nichts ungewöhnliches bemerkt, da hören wir zwei andere Fluggäste folgendes sagen: "Angeblich ist der Flieger noch nichteinmal in Wien gestartet." Wie bitte? Man lässt uns seelenruhig einchecken, während das Flugzeug, dass in wenigen Minuten zum Heimflug abheben soll, noch nichteinmal vom letzten Flughafen weggeflogen ist? Die anwesenden Reiseleiter wussten offenbar Bescheid, rechneten aber damit, dass die Techniker in Wien den offenbar defekten Flieger noch startklar bekommen. Kurz gesagt: sie schafften es nicht, bzw erst zu einem Zeitpunkt, an dem der Flughafen in Samos bereits geschlossen wird. Es mussten also hunderte Leute, die bereits all ihr Gepäck eingecheckt hatten, wieder in ihre Hotels zurückkehren. Die Reiseleiter der jeweiligen Pauschalveranstalter kümmerten sich um ihre Urlauber und organisierten Busse und Quartiere für die Nacht. Welcher Reiseleiter ist für Nur-Flug-Passagiere verantwortlich? Doch was passiert mit uns Nur-Flug Passagieren? Wir hatten ja nicht via Pauschalreiseveranstalter mit Reiseleitung vor Ort gebucht, und somit auch kein Pauschalhotel, in das wir zurückkehren konnten, oder Recht auf einen Bustransfer. Der Mietwagen war bereits retourniert, und die Pension lag am anderen Ende der Insel. Es stellte sich heraus dass der lokale Vertreter der LTU für uns verantwortlich war. So wurden wir nach 2 Wochen Individualurlaub mit den anderen Pauschaltouristen in einige Busse gepackt, und in gute Hotels in der Umgebung des Flughafens gebracht. Auch wenn die Situation natürlich für viele sehr unangenehm war (auch ich hätte eigentlich am nächsten Tag wieder am Arbeitsplatz sein sollen) - so war die Stimmung doch einigermaßen gut, und ein Gesprächsthema hatte man auf jeden Fall für die vielen neuen Leute, mit denen man plötzlich zusammengewürfelt wurde.
Die Fluglinie übernahm Abendessen, Übernachtung und Frühstück und so kam der ganze Flieger zu einem "Urlaubstag" extra. Am nächsten Tag ging es um 7.00 Uhr dann wirklich los, und diesmal klappte alles nach Plan. Fazit: Empfehlenswert!Nachdem also sowohl Buchung wie auch das unvorhersehbare Problem des Flugausfalls professionell gelöst wurden (auch als LTur-Lastminute-Kunde bleibt man nicht auf der Strecke) kann eine Flugbuchung bei L'Tur absolut empfohlen werden. ---- --> Link zur Flugsuche bei L'Tur --> |